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![]() Evangelisches Jugendheim Blockhaus Ahlhorn(Zu Entstehung und Autoren siehe Artikel "Ein Vorwort, das eigentlich ein Nachwort heißen müßte")Weltabgeschieden inmitten von Heide und Moor, Wald und Seen, und doch in der Nähe der großen Verkehrswege, liegt das Blockhaus Ahlhorn. Weite Mischwälder umgeben die schilfumwachsenen Fischteiche, zwischen denen das Blockhaus liegt, inmitten einer Wasserfläche von 180 Hektar (42 Teiche). Das ganze Jahr sind seine Tore offen: im Frühling, wenn das erste Grün die weiten Teichflächen umsäumt; im Sommer, wenn der tiefe Wald mit seinen schattigen Pfaden lockt; im Herbst, wenn das Laub der Bäume in vielen Farben leuchtet und der Teichmeister Hunderte von Karpfen und Schleien aus den ablaufenden Gewässern fischt; im Winter, wenn im Kamin das wärmende Feuer die Menschen um sich lockt und sammelt. - Bei unfreundlichem Wetter bieten die behaglichen Räume des Blockhauses Platz für gepflegte Geselligkeit: der große Speisesaal mit Kamin und Flügel, das Gästehaus mit Kaminzimmer und kleinem Saal, die "Jungenburg" auf ihrem Waldhügel; sie alle sind für Schulklassen und Studiengruppen, Chöre und Tanzkreise geeignet. - Jeder Raum besitzt mit den sorgsam gewählten Möbeln, den liebevoll zusammengestellten Bildern, den Borten mit Zierkrügen und -schüsseln und dem offenen Kamin seine eigene Atmosphäre. Helle Schlafräume und saubere Waschräume mit Duschanlagen geben Ruhe und Erquickung. Des Abends triffst Du vielleicht am Kamin des Blockhauses den Forstmeister dieses schönen Reviers, der - Jäger und Dichter, wie einst Hermann Löns, - in Gedicht und Prosa von den Erlebnissen seines herrlichen Berufs plaudert. Eine reiche Vogelwelt belebt die Gewässer, aus den nahen Forsten fliegen Fischreiher ein, und im Sommer kreist zuweilen ein Fischadlerpaar über den riesigen Westteichen. Die Wälder der Umgebung sind reich an Wild, das in den Dämmerstunden häufig auf den Wiesen zu beobachten ist. Rehe, Wildschweine und Damhirsche kann der Naturfreund belauschen. Der Baumweg, - Oldenburgs größter Staatsforst, - ist im wesentlichen ein Nadelholzwald, besitzt aber auch prächtige Buchenbestände. Eine wenig bekannte Eichenart, die Traubeneiche (quercus rubra), ist hier anzutreffen. Immer neue Schönheiten enthüllt jeder Spaziergang, ob unser Ziel die Diana-Seen sind, von denen der kleinere Oldenburgs einziges lebendes Moor ist, oder ob wir durch den "Baumweg" zur von Hochbuchen beschirmten Jagdhütte wandern, - ob wir den Weg in den "Urwald" mit seinen gespenstisch sich windenden alten Eichen und Hainbuchen oder vorbei an der geheimnisvollen Steinsetzung der "Zwölf Apostel" in das vielfach geschlängelte Lethe-Tal wählen, wo der weiße FieberkIee und das dunkelrote Blutauge den Pflanzenkenner entzücken. Für Pinsel und Photoapparat gibt es die reizvollsten Motive. Eine längere Wanderung führt uns über Bethen, den alten Münsterländer Wallfahrtsort, nach Cloppenburg. Im südlich angrenzenden katholischen Münsterland hat die jahrtausendalte Bauernkultur dieser Gegend im Cloppenburger Museumsdorf eine Heimstätte gefunden. Es ist Deutschlands größtes Freilichtmuseum, dessen Aufbau Jahr für Jahr fortschreitet. Ein Dorfkrug, eine Windmühle und ein Herrensitz sowie ehrwürdige Bauernhöfe sind hier wiedererrichtet und mit generationenlang vererbtem bäuerlichen Gerät ausgestattet. - Das Herrenhaus Burg Arkenstede dient als Forschungsstätte auf volks- und heimatkundlichem Gebiet, es birgt kostbare Sammlungen aus der vieltausendjährigen Bauernkultur und -kunst unserer Heimat. Nordwärts führt der Weg in die Sager Heide und zum Naturschutz-Gebiet um das Sager-Meer, an dessen Ufern wie auf seinem 25 m tiefen Grund seltene Pflanzen wachsen. - Auf den Sanddünen zeigen mehrere alte Schafkoven die Urgestalt des niedersächsischen Hauses, ein oft von Malern gestaltetes Motiv. Wahrscheinlich verdankt das Sager Meer seine Entstehung der Abschmelzung eines tief im Boden liegenden Salzstocks. Diatomeen-Untersuchungen weisen eine eiszeitliche Reliktflora nach. Unweit des Fleckens Grof3enkneten erstreckt sich eine herrliche Buchenallee ostwärts, die in eine weite Fernsicht auf das Urstromtal der Hunte ausmündet. Dort liegt das Hespenbuscher Gräberfeld mit seinen eiszeitlichen Hügelgräbern. Nördlich davon zieht sich das Huntloser Moor hin, ein Niederungsmoor, das eine eigentümliche Pflanzenwelt, darunter seltene Orchideen und manche interessante Vogelarten, so den fast ausgestorbenen Birkhahn, beherbergt. Die Ahlhorner Heide im Osten reizt zu ausgedehnten Wanderungen. Am hohen Geestufer der Aue liegen hier in tiefer Einsamkeit die mächtigsten Steingräber Nordwestdeutschlands: in ihrer Reihe "Visbeker Bräutigam" und "Visbeker Braut", an die sich die Ortssage geknüpft hat. Aus mächtigen Graniten sind diese Grabbauten gefügt, ihre riesigen Maße bis über 100 m Länge und 12 m Breite boten ganzen Geschlechtern eine Ruhestatt. Vor dem "alten Posthaus" in Ahlhorn rasteten einst die Kutschen, die auf der alten vlämischen Handelsstraße verkehrten. Schnurgerade zieht sich die Bundesstraße auf Wildeshausen zu. Auf der Höhe "Schnitkers Berg" erblickt man in der Ferne den Turm der Alexanderkirche. Dann entfaltet sich der Rundblick über die Hunteniederung bis zum Dorfe Dötlingen, dessen alte Kirche zwischen mächtigen Baumkronen hervorschaut, im nahen Wildeshausen ließ ein Enkel des Sachsenherrschers Widukind über den aus Rom überbrachten Gebeinen des heiligen Märtyrers Alexander Kirche und Stift erbauen. Der Wohnflügel dieser ältesten Kirche des Oldenburger Landes steht noch heute neben dem um 1230 nach dem Vorbild des Osnabrücker Domes erneuerten Gotteshaus, an dessen Innenwänden kürzlich frühgotische Malereien freigelegt sind. Von diesem Kirchenbau strahlte einst christliches Leben in diesen Gau aus, dessen geistigen Mittelpunkt heute das Blockhaus Ahlhorn als evangelisches Arbeitszentrum und Jugendheim bildet. Bemerkenswert ist noch das Rathaus, ein gotischer Backsteinbau aus dem 15. Jahrhundert mit Treppengiebel und zweigeschössiger Halle. Ein Spaziergang über den alten Burgwall und durch die engen Gassen zeigt uns mittelalterliche Häuser und Winkel. Südlich von Wildeshausen erstreckt sich das Naturschutzgebiet des Pestruper Gräberfeldes. Eine weite Heidefläche überzieht die hunderte von Grabhügeln der vorchristlichen Eisenzeit, auf denen die letzte (?) Heidschnuckenherde des Oldenburger Landes weidet. Wer im Spätsommer diese Landschaft durchwandert, sieht die blühende Heide wie die Wogen eines rotvioletten Meeres sich heben und senken, hört nur das tiefe Summen der Tausende von Bienen im Kraut und atmet den kräftigen Honigduft des Blütenmeeres. Weiter führt der Weg durch stille Nadelwälder zu den Riesengräbern von Kleinenkneten. Kundige Forscherhand hat eines dieser Gräber so wieder hergestellt, wie es vor viertausend Jahren errichtet worden ist - ein in Deutschland einmaliger Anblick. Uralte Kulturtradition vereinigt sich hier mit der schlichten, schweigsamen Schönheit norddeutscher Landschaft. Stets wirst Du mit Freuden auf den langen Wegen wandern; viele sind es, ein jeder führt Dich durch die Stille ZU DIR SELBST! |
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