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Tagesraum der Jungenburg
Kurzbeiträge der Gäste
vom 1. Dezember 1957 bis zum 1. Juni 1958
Tagung der Ev. Akademie / P. Dr. Schultz
(72 Teilnehmer, 18.1.-19.1.1958)
"Kultur und Gesellschaft"
"Können Sie 24 Stunden allein in einem leeren Zimmer verbringen, ohne sich zu langweilen?" Der Kreis, dem diese Frage vorgelegt wurde, bestand ,vorwiegend aus Lehrlingen und Schülern, die zu einer Tagung der Evangelischen Akademie im Blockhaus Ahlhorn zusammenkamen. Der Satz zeigt, worum es bei dieser Tagung ging: Um die Langeweile, die in der heutigen Zeit so häufig anzutreffen ist, um die schöpferische Stille, um Begriffe, die man unter dem Sammelnamen "Kultur" zusammenfaßt. Daß es bei der Auseinandersetzung mit diesem Thema nicht bei Redensarten blieb, darum bemühten sich die Gastredner, die in ihren Referaten Begriffe definierten und mit Schlagworten aufzuräumen versuchten. (Quelle: NWZ)
Konfirmandenfreizeit Kirchengemeinde Ganderkesee / Kirchenrat Logemann
(19 Teilnehmer, 28.1.-30.1.1958)
Mit strahlenden Gesichtern kletterten gestern morgen mehr als 20 Ganderkeseer Konfirmanden in einen Reisebus, um mit Kirchenrat Logemann und Diakon Matz nach Ahlhorn zu fahren. Die 20 Konfirmanden, die bereits gestern mittag in Ahlhorn eintrafen, gehörten zur ersten Gruppe von Konfirmanden aus der Kirchengemeinde Ganderkesee, die im idyllisch gelegenen Ahlhorner Blockhaus in diesem Jahr eine Freizeit erleben. (Quelle: NWZ)
Landfrauenfreizeit Weser-Ems / Frau Schmidt-Basse
(20 Teilnehmer, 3.3.- 7.3.1958)
In einer Landfrauenfreizeit im Blockhaus Ahlhorn, zu der die Geschäftsführerin des Landfrauenverbandes Oldenburg, Fräulein von Oertzen, eingeladen, und deren Leitung Frau Schmidt-Bosse hatte, sprach der Leiter der Arbeitsgemeinschaft für ländliche Erwachsenenbildung in Hannover, Zumbroich, über das Thema: "Neue Gesellschaftsordnung in der ländlichen Welt" (Quelle: Nordwest-Zeitung)
Rüstzeit für Vikare / Oberkirchenrat Dr. H. Schmidt
(21 Teilnehmer, 17.3.-21.3.1958
Anläßlich einer Rüstzeit der Vikare im Blockhaus Ahlhorn sprach - aus Berlin kommend - Horst Behrend über das Thema "Kirche und Theater". Behrend ist Leiter der kleinsten Berliner Privatbühne "Die Vaganten" und hat im Rahmen der kulturellen Betreuung in Ost- und Westberlin seit mehr als neun Jahren durch seine Vaganten-Bühne-Berlin vielen Menschen die Begegnung mit moderner Dramatik, insbesondere mit christlicher Schauspielkunst ermöglicht.
Hauptanliegen der Vaganten-Bühne-Berlin ist es, wie Horst Behrend ausführte, einen engeren Kontakt zwischen den Deutschen in Ost und West zu pflegen.
Es wäre begrüßenswert, wenn die Vaganten-Bühne-Berlin bald einmal innerhalb des Landes Oldenburg einem größeren Kreise einige ihrer Schauspiele vorführen könnte, wie dies kürzlich auf Initiative der Goethe-Gesellschaft in Wilhelmshaven mit Manfred Hausmanns "Fischbecker Wandteppich" geschah. (Quelle: Oldenburger Sonntagsblatt)
Landesfilmdienst Niedersachsen, Hannover, Filmtagung / Herr Gumz
(35 Teilnehmer, 27.3.-28.3.1958)
"Die Sitzung ist eröffnet" - "Aufstand der Tiere" - "Jazz, Rhythmus der Zeit" - das waren die Titel einiger Filme, die den Teilnehmern der Filmtagung im Blockhaus Ahlhorn gezeigt wurden. Diese Filme, sowie die Referate von Frau Margarete Keilhacker (Institut für Jugendfilmfragen, München) und von Professor Dr. Flintrop (Pädagogische Hochschule Alfeld) lösten anregende Diskussionen aus. Landrat Martin Döscher sagte in der Diskussion: "Der Mensch nimmt auch im ländlichen Lebensbereich eine immer größere Bedeutung ein." In der Diskussion wurde deutlich, wie es um Schwierigkeiten und Möglichkeiten des Einsatzes von Kultur- und Dokumentarfilmen für die "kulturelle Aufrüstung des Dorfes" steht. (Quelle: NWZ)
Landvolktagung mit Holländern und Dänen / Herr Harder
(6 Teilnehmer, 19.4.-20.4.1958)
Am Kamin der Jungenburg des Blockhauses hatten sich für zwei Tage junge Menschen aus Dänemark, Holland und Deutschland versammelt, Pioniere für den Europagedanken, die diesen von "unten her" verwirklichen helfen wollen. Man sah in eifrigen Gesprächen den Dänen P. Hansen Kock als Beauftragten der dänischen Landjugend, A. J. Schrage von der holländischen Landjugend, den Geschäftsführer der niedersächsischen Landjugend, Bückmann, Geschäftsführer Harder vom Kreislandvolkverband, Kreisjugendpfleger Lehrer Gauer, den Vorsitzenden der Kreislandjugend, Heitzhausen und verschiedene andere Gäste. (Quelle: Nordwest-Zeitung)
Landesjugendkonvent des Landesjugendpfarramtes / H. Herzog
(80 Teilnehmer, 26.4.-27.4.1958)
Im Blockhaus hielten 65 Mitglieder des Landesjugend-Konvents der evangelisch-lutherischen Kirche Oldenburg ihre Frühjahrstagung ab. Heiko Herzog aus Varel, der 1. Vorsitzende, eröffnete die Tagung mit einer Andacht. Er erinnerte dabei an die Forderung des Apostels Paulus, wonach jedes Glied der Gemeinde seine besonderen Gaben habe und zugleich auf die die Gemeinschaft der übrigen Glieder angewiesen sei. (Quelle: Nordwest-Zeitung)
Rüstzeit für die Bundeswehr / Militärpfarrer Behrens
(32 Teilnehmer, 5.5.- 8.5.1958)
ln der Zeit vom 5. bis 8. Mai trafen sich erstmalig junge Soldaten aller Dienstgrade der Bundeswehr aus Wilhelmshaven, Brake, Bremerhaven, Delmenhorst und Oldenburg im Evangelischen Jugendheim Blockhaus Ahlhorn zu einer Rüstzeit, zu der die evang. Militärpfarrer aus Wilhelmshaven und Bremerhaven eingeladen hatten. Die Rüstzeit stand unter dem Generalthema "Der Sinn der Zeit". Es ging dabei von der Grundlage des Evangeliums her neue Wege des kameradschaftlichen Miteinanders zu finden. Wenn eine solche Rüstzeit gehalten werden konnte, kommt dadurch zum Ausdruck, daß die Führung der Bundeswehr nicht nur auf eine waffentechnische Ausbildung Wert legt, sondern den Soldaten auch auf seine zivile Umwelt immer wieder aufmerksam macht.
Grundlegend war das Referat von Pastor UlImer, Bremerhaven, der in seinem Referat zunächst an Hand der heutigen Gesellschaftsformen eine Analyse der Möglichkeiten aufzeigte, der Zeit unseres Lebens einen Sinn zu geben. Die Kräfte, die bisher den Sinn unseres Lebens bestimmten, sind weitgehend nicht mehr als gültig anerkannt, - aber haben wir schon neue Werte? - Erfülltes Leben gibt es dort, wo der Mensch rechten Kontakt zu seiner Umwelt findet und trotz aller Oberflutung durch die Reize die in ihm ruhenden Kräfte aktiviert. In den Arbeitsgruppen, bei Spaziergängen und Bootsfahrten auf dem Helenensee beim Blockhaus diskutierten die jungen Soldaten aus Bundesmarine, Heer und Luftwaffe Fragen über das gute Buch, den guten Film und das rechte Verhältnis zum anderen Geschlecht, wie sie in Kurzreferaten von den Pfarrern Kuhn und Sachau angeregt waren. Die tägliche Bibelarbeit bildete die Grundlage für die Aussprachen. Das Schauspiel "Ihr werdet sein wie Gott" von Armand Payot, das die Vaganten-Bühne-Berlin im Blockhaus spielte, wurde von den jungen Zuhörern gut aufgenommen und löste lebhafte Gespräche aus.
Die Militärpfarrer Behrens und Fried, die die Freizeit leiteten, dürfen wohl zufrieden sein, denn die Tage im Blockhaus haben gezeigt, daß die jungen Soldaten dankbar die Lebenshilfen entgegennehmen.
Kamin in der Jungenburg
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