Zur Startseite (sollten Sie diese Seite ohne Menürahmen sehen, bitte hier klicken!)1958: Blockhausbrief Nr. 3

Inhalt:

Titelseite
aus: "Jungenwacht" v. Ernst Lange
Zum Geleit
Das Blockhaus, eine Gemeindesache
Mensch und Landschaft
Blütenpracht auf Dünensand
Die Apostelsteine - Kalendersteine der Vorzeit
Mission in Deutschland
Kurzbeiträge der Gäste zwischen dem 1. Dezember 1957 und 1. Oktober 1958
 

Das Blockhaus - eine Gemeindesache

Dr. jur. Steinhoff, Synodalpräsident

Daß der große Genfer Arzt Dr. Taurnier, dessen Lebensarbeit unter dem Leitwort "Heilung durch Heiligung" steht, neulich mehrtägiger Gast in Ahlhorn war, zeigt uns das hohe Ansehen, das unser Blockhaus sich inzwischen erworben hat. Viel treue Arbeit, die seit 11 Jahren hier geleistet wurde, ist gesegnet worden. Durch den Abschluß eines langjährigen Pachtvertrages haben wir jetzt endlich auch in rechtlicher Hinsicht festen Boden unter den Füßen bekommen und dürfen für die Zukunft planen. Diese Planung aber setzt eine ständige Besinnung auf die Grundlagen und Ziele der Blockhausarbeit voraus.

Dr. Tournier sagt einmal in seinen Büchern, Gott habe den Menschen drei Fragen gestellt. Die erste: "Adam, wo bist du?" ist die nach dem eigenen Ich, nach Selbsterkenntnis. Die zweite: "Kain, wo ist dein Bruder Abel.?" ist die nach dem Du, nach dem Nächsten, und die dritte fragt nach Gott selber. Die drei Fragen bedeuten aber drei Wege, die wir suchen und gehen müssen. Wir können die Antworten auf diese Fragen aus eigener Klugheit nicht finden, und wir können die drei Wege aus eigener Kraft nicht gehen. Daß wir lernen, uns hierbei in der rechten Weise von Christus helfen zu lassen, dazu soll uns die Arbeit im Blockhaus dienen. Hierbei haben wir vor allem die zweite Frage im Auge, die man - in der Sprache der Psychologie gesprochen - als die nach dem rechten menschlichen Kontakt bezeichnen kann. Denn bei aller ihrer Vielgeschäftigkeit sind viele Menschen heute einsam. Sie bedürfen des Nächsten. Wir alle bedürfen des andern: Absonderung und Sünde sind dasselbe. In der Einsamkeit der Wälder und Seen Ahlhorns haben wir Zeit und Stille, um auf das Wort des Herrn und auf "den anderen" zu hören.

Was können wir tun, um das Blockhaus noch mehr als bisher in den Herzen der evangelischen Christen Oldenburgs lebendig zu machen?

Wir alle neigen dazu, landeskirchliche Einrichtungen mit einigem Abstand zu betrachten: unsere Landeskirche betreibt Ahlhorn, unsere Landeskirche wird schon sorgen; warten wir, bis wir eine Einladung bekommen. Aber die Landeskirche besteht aus Gemeinden; ohne die Gemeinden wäre sie gar nicht da. Darum ist auch das Blockhaus eine Gemeindesache. Jede oldenburgische Kirchengemeinde sollte das so ansehen. Jede Gemeinde sollte überlegen, ob sie Anregungen geben kann für die Arbeit in Ahlhorn; ob sie mit einer Gruppe von Erwachsenen, Jugendlichen oder Kindern hier eine Freizeit veranstaltet. Sie sollte in ihrem Haushalt auch einen Betrag für Ahlhorn einsetzen und sich nicht auf "den großen Topf" der Landeskirche verlassen. Im Blockhaus fehlt es noch allerenden. Jetzt, wo wir eine eigentümerähnliche Stellung erhalten haben, müssen wir nicht nur einen großen Nachholbedarf befriedigen, sondern endlich ernsthaft an den Aufbau herangehen.

Der Kreis der Freunde des Blockhauses Ahlhorn bittet herzlich um tatkräftige Hilfe und Mitarbeit.

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