Zur Startseite (sollten Sie diese Seite ohne Menürahmen sehen, bitte hier klicken!)Dezember 1957: Blockhausbrief Nr. 2

Inhalt:

Titel
"Um das Unscheinbare zu lieben...", ein Text von Johann Christoph Hampe
Verehrte Freunde!
Blockhaus Ahlhorn oder Die Macht der Verwandlung
Wir lesen im Gesicht einer Landschaft
Sie kamen nur einen Sommer
Rückblick auf die Arbeit vom 1. Mai bis 30. Novb. 1957 (Kurzberichte)
Jugenderholungs-Maßnahme 1957... (Auszüge aus einem Bericht)
Konfirmandenfreizeit im Blockhaus Ahlhorn
Bergwerkslehrlinge im Blockhaus
Blockhaus 1957 - Rückblick einer Gemeindehelferin
Neubau des Personal- und Gästehauses
 

Jugenderholungs-Maßnahme 1957 im Zeltlager
Evangelisches Jugendheim Blockhaus Ahlhorn

Auszüge aus einem Bericht

Träger der Maßnahme:
Hilfswerk der Evang. Kirche Deutschlands, Hauptbüro Oldenburg (Oldb), Gottorpstraße

Durchgeführt im Evang. Jugendheim Blockhaus, Ahlhorn (Oldb), als festes Zeltlager.

Leitung der Maßnahme:
Diakon J. Schmidt, Oldenburg-Osternburg
Diakon Chr. Heinrich, Oldenburg

Mitarbeiter:
Frau Br. Heinrich, Oldenburg, Krankenschwester
Frl. I. Stahmer, Oldenburg, Praktikantin vom Kindergärtnerinnen-Seminar
Fräulein G. Thümmler, Oldenburg, Praktikantin d. Päd. Hochschule, Oldenburg
Fräulein A. Abel, Oldenburg, Praktikantin d. Päd. Hochschule, Oldenburg
Herr Bastin, Vechta

Teilnehmer: 46 Jugendliche im Alter von 7-17 Jahren, davon 5 Mädel

Die Teilnehmer kamen aus folgenden Orten

(10) Oldenburg
(6) Westerstede
(3) Zwischenahn
(2) Rastede
(1) Delfshausen
(2) Roggenmoor
(1) Neuenburgerfeld
(1) Zetel
(2) Varel
(2) Obenstrohe
(2) Bockhorn
(2) Schortens
(2) Jever
(2) Sande
(1) Tettens
(1) Wüsting
(1) Nordenholz
(1) Rethorn
(1) Friedrichsfehn
(1) Apen
(1) Bookholzberg
(1) Ofen

Altersmäßige Zusammensetzung der Teilnehmer:

17 Jahre: 1
16 Jahre: -
15 Jahre: 5
14 Jahre: 8
13 Jahre: 14
12 Jahre: 7
11 Jahre: 1
10 Jahre: 6
9 Jahre: 1
8 Jahre: 1
7 Jahre: 2

Unterkunft:
Die Unterkunft war in vier Zelten zu je ca. 15 Plätzen gegeben. Dazu kam ein Leiter-Zelt mit 2 Betten. Ein Tagesraum-Zelt bot für alle Teilnehmer sehr gut Platz zum gemeinsamen Essen und anderen Veranstaltungen. Die Mitarbeiterinnen - außer Frau Heinrich, die im Hause wohnte - wohnten im Mädchenzelt, das für diesen Zweck unterteilt war. Bei nur 5 Mädeln war reichlich Platz vorhanden.

Alle Zelte waren ausgestattet:

  1. mit festem Holzfußboden
  2. mit ringsum laufender Wandtäfelung aus Hartfaserplatten, etwa 1,20m hoch
  3. mit Holzgestellen zur Gepäckablage an den Seiten und hinten
  4. mit Kofferregal mit Stoffvorhängen (auch als Umkleidekabine benutzbar)
  5. mit Feldbetten und Auflegematratzen sowie genügend Schlafdecken
  6. soweit nötig mit Bettwäsche
  7. mit elektrischer Lichtanlage
  8. sie waren wind- und regendicht.

Verpflegung:
Die Verpflegung während der Freizeit war ausgezeichnet, abwechslungsreich, schmackhaft, nahrhaft, bekömmlich und reichlich.

Die ärztliche Versorgung
wurde als "Erste Hilfe" von Frau Heinrich, die examinierte Krankenschwester ist, wahrgenommen. Ihr stand eine gut ausgestattete Hausapotheke zur Verfügung.

Folgende Unternehmungen wurden gemeinsam durchgeführt:

Wanderungen und Spaziergänge

  1. zum Blaubeerenpflücken
  2. zur Waldbrandstelle
  3. zum Holzsuchen für das Lagerfeuer
  4. zur Besichtigung des "Tierparks und Fasanerie Sager Heide"
  5. um die Fischteiche
  6. Waldläuferspiel
  7. Abendwanderung (Entdeckungen im nächtlichen Wald)
  8. zum Schullandheim Bissel
  9. Wanderung in Gruppen, um Wild zu beobachten.

Abendveranstaltungen
4 Filmabende mit guten Tonfilmen kultureller und belehrender Art:
Hurry! Hurry - Lousiana-Legende - Bei Jupiter - Die tödliche Sekunde - Von schnellen Leuten lernen - Über alle Zeiten - Spiel der Spiralen - 1. Europameisterschaften im Kunstturnen - Insel des Friedens - Pferde im Finale - Menschen unserer Zeit - Leinen los - Seenot S - O - S.

2 Laienspielabende erfreuten uns mit selbsteinstudierten Stücken:
Die Zaubergeige - Rundfunksalat - Die chinesische Nachtigall.
Ein Abend: Forstmeister Hulverscheidt erzählt und trägt eigene Werke vor.
Ein Abend: Lagerfeuer
Ein Abend: Pastor Brinkmann erzählt von seiner Amerika-Reise
Ein Abend: Spiel- und Hausmusikabend (mit Stud. Rat Kanngiesser)

Es wären noch zu nennen:
Wettbewerb in der Gestaltung des Zeltgartens - Fußball-Kurzspiele gegen Jungschar-Freizeit und Kinderheim - Mitwirkung beim Drehen eines Schmalfilmes - Verkehrsunterricht durch die Schutzpolizei Oldenburg - Besuch der sonntäglichen Gottesdienste - Rudern und Paddeln auf dem Teich - Baden und Schwimmen. (Eine ganze Reihe der Jungen und Mädel konnte sich wesentlich im Schwimmen vervollkommnen.)/p>

Die Ausstattung des Lagers mit Sport- und Spielgeräten war gut.

Die Wasch- und Toilettenanlagen waren unbedingt ausreichend und hygienisch einwandfrei.

Erfahrungen und Vorschläge:
Die Maßnahme schien allgemein ihren Zweck erfüllt zu haben. Die Kinder waren allgemein aufgelockert und fröhlich bei der Sache. Grobe Disziplinlosigkeiten, Diebstähle und ähnliches sind nicht vorgekommen. Verschiedene Kinder erhielten während der Freizeit Besuch von Eltern und Verwandten, die sich auch lobend über das Lager äußerten. Es sind alle Teilnehmer von den vorgefundenen Verhältnissen beeindruckt gewesen und haben sich am Ende der Freizeit dankbar gegenüber der Heim- und Lagerleitung geäußert.

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