Zur Startseite (sollten Sie diese Seite ohne Menürahmen sehen, bitte hier klicken!)1956: 10 Jahre Evangelisches Jugendheim

Inhalt:

Titelseite
Zum Geleit
Blockhaus Ahlhorn im Dienste der öffentlichen Jugendpflege
Dank an das Evangelische Jugendheim
Das Blockhaus Ahlhorn - Eine erholsame Stätte weltanschaulicher Gespräche
10 Jahre Blockhaus Ahlhorn
Studenten und Vikare im Blockhaus Ahlhorn
Evangelische Mädchenarbeit in Ahlhorn
Holländisch-deutsche begegnung im Blockhaus Ahlhorn im Juni 1953
Ein Tag unter evangelischen Jungen im Blockhaus
Ausbau des Blockhauses Ahlhorn
Studienseminare in Ahlhorn
Das Blockhaus und die Lehrer
"Unser Landschulheim" in Ahlhorn
Unsere Ahlhorner Tage - Ein Bericht der Hindenburgschule Oldenburg, August 1948
Die Ahlhorner Klausur - Ein Bericht der ev. Akademie in Oldenburg
10 Jahre Kinderkuren in Ahlhorn
 

Studienseminare in Ahlhorn

Ein Dankesbrief

Oldenburg, den 18. Oktober 1951


Lieber Herr von der Dovenmühle!

Im Rückblick auf die letzte Freizeit der Studienseminare Osnabrück und Oldenburg möchte ich Ihnen und Ihrer Gattin, Herrn Peters und dem ganzen Personal des Blockhauses unsern herzlichen Dank sagen für alle Fürsorge und Mühe, mit der Sie zu einem Gelingen des Lehrgangs wesentlich beigetragen haben. Das ist auch die Überzeugung aller Teilnehmer, die mir dies immer wieder zum Ausdruck gebracht haben!

Es fehlte vorher nicht an Skeptikern, die meinten: was wollt ihr zu dieser späten Jahreszeit in Ahlhorn? Baden könnt ihr nicht mehr, und in den Häusern werdet ihr frieren. Ich glaube, diese Zweifler sind gründlich bekehrt. Niemand von uns hat gefroren, tagsüber bot der wohlgeheizte Tagesraum jedem, der lesen oder schreiben wollte, einen behaglichen Aufenthalt, nachts konnte jeder sich nach Wunsch mit Wolldecken versehen, überdies wärmte die Zentralheizung das Gästehaus jeden Abend durch, so daß selbst die Damen sich wohlfühlten. Die Männer, die die Jungenburg bewohnten, rühmten den Kamin, den sie nach Belieben heizen und damit den Raum in kurzer Zeit erwärmen konnten, so daß sie oft bis über Mitternacht noch am Feuer zusammensaßen. Auch der Kamin im Gemeinschaftsraum des Gästehauses hat wiederholt einen geselligen Kreis um sich versammelt. Überhaupt kenne ich kaum etwas Gemütlicheres und Stimmungsvolleres als diese Kaminabende, wenn die früher einbrechende Dunkelheit im Menschen die Freude am Licht der Flamme weckt. - Tiefen Eindruck machte auf alle die Ahlhorner Herbstlandschaft, deren Luft ja viel klarer ist als im Sommer. Das Farbenspiel des herbstlichen Laubes gab der Teichlandschaft einen kräftigen Ton, der Baumweg, jetzt frei von Beerensammlern, lud zu einsamen Spaziergängen, das Wild zeigte sich weniger scheu, es fehlte der Insektenschwarm des Hochsommers. Beliebt waren die Dämmerungsspaziergänge, wenn der Sonnenuntergang die westlichen Teiche färbte und im Osten der Mond seine Silberbrücke über die Wasserflächen legte. Auch die Steingräber habe ich nie so eindrucksvoll erlebt wie in der Herbstlandschaft, in den schrägen Strahlen der tieferstehenden Sonne.

Ich hoffe nun, daß es uns nach diesem Herbsterlebnis auch einmal möglich sein wird, die Ahlhorner Landschaft im Winterkleid zu erleben, ich glaube, daß eine solche Freizeit noch ganz unerwartete Schönheiten und Möglichkeiten bieten wird.

Mit den besten Grüßen und Wünschen für den Winter

Ihr H. Helms

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