Zur Startseite (sollten Sie diese Seite ohne Menürahmen sehen, bitte hier klicken!)1956: 10 Jahre Evangelisches Jugendheim

Inhalt:

Titelseite
Zum Geleit
Blockhaus Ahlhorn im Dienste der öffentlichen Jugendpflege
Dank an das Evangelische Jugendheim
Das Blockhaus Ahlhorn - Eine erholsame Stätte weltanschaulicher Gespräche
10 Jahre Blockhaus Ahlhorn
Studenten und Vikare im Blockhaus Ahlhorn
Evangelische Mädchenarbeit in Ahlhorn
Holländisch-deutsche begegnung im Blockhaus Ahlhorn im Juni 1953
Ein Tag unter evangelischen Jungen im Blockhaus
Ausbau des Blockhauses Ahlhorn
Studienseminare in Ahlhorn
Das Blockhaus und die Lehrer
"Unser Landschulheim" in Ahlhorn
Unsere Ahlhorner Tage - Ein Bericht der Hindenburgschule Oldenburg, August 1948
Die Ahlhorner Klausur - Ein Bericht der ev. Akademie in Oldenburg
10 Jahre Kinderkuren in Ahlhorn
 

Studenten und Vikare im Blockhaus Ahlhorn

Dr. H. Schmidt (Oberkirchenrat)

Seitdem uns das landeskirchliche Seminar am Quellenweg am Stadtrand Oldenburgs nicht mehr zur Verfügung stand, sind wir mit den zweimal im Jahre stattfindenden Studentenrüstzeiten und den viermal im Jahre tagenden Rüstzeiten der Vikare ins Blockhaus Ahlhorn gegangen. Das ist nun schon eine Anzahl von Jahren her. Es wollte uns zunächst scheinen, als sei das kein günstiger Wechsel gewesen, zumal die Stadt Oldenburg mit ihren kulturellen Möglichkeiten so fern gerückt war. Hier konnte man noch einmal gemeinsam ins Theater gehen oder einen guten Film ansehen, hier konnte man auch leichter jemanden zu einem Referat heranholen, und die einzelnen Teilnehmer hatten die Möglichkeit, in den Pausen die Großstadt Oldenburg wahrzunehmen. Dieses alles fiel in der Ahlhorner Einsamkeit weg. Und es hat sich überraschenderweise als heilsam und für die Arbeit ungewöhnlich förderlich ausgewirkt. Nicht nur, daß die jeweiligen Referenten genötigt sind, ihren Besuch etwas länger auszudehnen und vielleicht zu ihrer persönlichen Erfrischung noch einmal einen Spaziergang durch die herrlichen Wälder und an den vielen Seen entlang machen, hat der Arbeit gedient. Wichtig war diese Abgeschlossenheit vor allen Dingen für die Studenten und Vikare selbst, die sich in ganz anderer Weise persönlich nahe kommen konnten, indem sie nun wirklich durch eine Woche hindurch aufeinander angewiesen waren. Das Blockhaus ist so für unseren jungen Nachwuchs der Inbegriff einer Stätte der gemeinsamen Besinnung, der Hilfe und Förderung in der Vorbereitung auf das Amt und zugleich auch eines Ortes, an dem man frei atmen kann, weil man sich für eine Zeitlang nicht nur dein Zwang der täglichen Pflichten, sondern auch dem Lärm und der Unrast des Lebens, das wir Menschen des 20. Jahrhunderts zu führen haben, entnommen weiß.

Daß wir alle bei solchen Rüstzeiten zugleich wissen dürfen, wir werden hier von unserer Landeskirche eingeladen, beherbergt und beköstigt, ist uns weiterhin Grund zur Freude und Dankbarkeit. Und wenn dieses Gefühl des Eingeladen- und Umsorgtseins sich dadurch noch verstärkt, daß der Heimleiter und seine Frau, daß die Köchin mit ihrem ganzen Stabe sich unserer persönlich freundlich annehmen, so könnte uns das Blockhaus in dem, was es uns gibt und was es für uns bedeutet, geradezu eine zweite Heimat werden.

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