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Evangelische Mädchenarbeit in AhlhornHedwig Harbsmeier Zum 10jährigen Bestehen unseres Evangelischen Jugendheims im Blockhaus Ahlhorn darf es einmal gesagt werden: Wir verdanken ihm den Wiederaufbau der Evangelischen Jugendarbeit unserer Landeskirche! Der Totalitätsanspruch des Dritten Reiches ließ auch bei uns nicht viel von der Evangelischen Jugendarbeit übrig. Zwar war sie nicht verboten, aber es durften keine Freizeiten gehalten werden, und damit war die Evangelische Jugendarbeit in ihrem Lebensmark getroffen. Deshalb war es klar, daß man mit Freizeiten wieder anfangen müßte, und dazu gehörte ein Jugendheim! Was dieses Jugendheim für die Evangelische Mädchenarbeit bedeutet hat, davon soll hier im Besonderen die Rede sein. Fast in jedem Jahr waren es mehr als 200 Mädchen, die auf Einladung des Evangelischen Mädchenwerks nach Ahlhorn kamen. Zum erstenmal waren es gleich 70, die in dem damaligen Saal des Haupthauses übernachteten. Es war wie im Flüchtlingslager und war doch ganz anders. Die Mädchen "erlebten" ihre Freizeit als etwas ganz Neues. Was im Blockhaus gehört, gesungen, gespielt, erzählt oder aufgeführt wurde, machte die Runde durch die Mädchenkreise im Lande und gab ihnen neue Anregungen. Wenn die Leiterin einer Freizeit zum Besuchsdienst in die Jugendgruppen der Gemeinden kam, sah sie strahlende Gesichter vor sich. "Kennen Sie mich noch?" "Ich war auf der Dornröschen-Freizeit", "und ich war auf der Wichtel-Freizeit!" Tatsächlich, wer in jenen ersten Jahren nach Ahlhorn kam, fand meistens den Anschluß an die Junge Gemeinde seines Heimatortes. Durch die Freizeiten knüpften sich persönliche Freundschaften, es entstanden Verbindungen von Jugendkreis zu Jugendkreis, und die Begegnungen mit jungen Christen anderer Länder wurden zum großen Erlebnis. Von besonderer Wichtigkeit ist es, daß die anfänglichen Gegensätze zwischen "Einheimischen" und "Flüchtlingen" durch das gemeinsame Leben im Blockhaus Ahlhorn überbrückt wurden. Es war die Aufgabe der Jugendarbeit in den Jahren des Wiederaufbaus, den verlorengegangenen Begriff der Freizeit wieder neu zu füllen. Die Kirche, die dazu einlädt, meint nicht freie Zeit zum Faulenzen oder Sichtreibenlassen. Sie meint freie Zeit zum Leben unter Gottes Wort in der Gemeinschaft mit dem Nächsten mit allen Freuden und allen Verpflichtungen, die dazugehören. Dieser Inhalt steht fest, aber es galt, ihn in eine Form zu bringen, die der Jugend der Nachkriegszeit entspricht. Bibelarbeit und Rundgespräche in Gruppen, das Morgen- und Abendgebet der Kirche, der Wechsel von Anspannung und Entspannung, von Dienst und Ungebundenheit, von Zuhören und Entfaltung eigener Ideen, das gehört heute zum Bild einer Freizeit der Evangelischen Jugend. Für die Helferinnen in der Mädchenarbeit ist das Blockhaus ein weites Feld der Betätigung geworden. Je größer die Freizeit, um so größer die Zahl der Helferinnen, die nötig sind zur Betreuung kleiner Familiengruppen, Sie versorgen die kleineren Mädchen, flechten Zöpfe oder teilen Suppe aus. Sie haben es gelernt, in ihrer Gruppe die Bibelarbeit zu halten, und manche von ihnen hat es von der Angst vor dem Versagen bis zu wirklicher Freude an dieser Aufgabe - gebracht. Das alles ist eine kleine Schule der Jugendarbeit, und wir Älteren setzen darauf die Hoffnung, daß uns aus den Reihen der Helferinnen die künftigen Mitarbeiter erwachsen. So haben wir im Rückblick auf die zehn Jahre Evangelischer Jugendarbeit in Oldenburg die Pflicht des Dankes gegen die Menschen, die im Blockhaus Ahlhorn arbeiten und gegen Gott, den Herrn, der diese Arbeit gesegnet hat. Das Evangelische Jugendheim in Ahlhorn ist das Herz der Jugendarbeit geworden und nicht mehr fortzudenken. |
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