Zur Startseite (sollten Sie diese Seite ohne Menürahmen sehen, bitte hier klicken!)1956: 10 Jahre Evangelisches Jugendheim

Inhalt:

Titelseite
Zum Geleit
Blockhaus Ahlhorn im Dienste der öffentlichen Jugendpflege
Dank an das Evangelische Jugendheim
Das Blockhaus Ahlhorn - Eine erholsame Stätte weltanschaulicher Gespräche
10 Jahre Blockhaus Ahlhorn
Studenten und Vikare im Blockhaus Ahlhorn
Evangelische Mädchenarbeit in Ahlhorn
Holländisch-deutsche begegnung im Blockhaus Ahlhorn im Juni 1953
Ein Tag unter evangelischen Jungen im Blockhaus
Ausbau des Blockhauses Ahlhorn
Studienseminare in Ahlhorn
Das Blockhaus und die Lehrer
"Unser Landschulheim" in Ahlhorn
Unsere Ahlhorner Tage - Ein Bericht der Hindenburgschule Oldenburg, August 1948
Die Ahlhorner Klausur - Ein Bericht der ev. Akademie in Oldenburg
10 Jahre Kinderkuren in Ahlhorn
 

10 Jahre Blockhaus Ahlhorn

Rolf v. d. Dovenmühle (Heimleiter)

Ahlhorn, im Juli 1956

Lage: Etwa 30 km südlich von Oldenburg, in der Nähe des Dorfes Bissel liegt das Evangelische Jugendheim Blockhaus Ahlhorn, umgehen von vielen Teichen in Wald und Heide. Noch vor 50 Jahren war dieses Gebiet eine Heidelandschaft. Die großen, flachen Mulden boten günstige Voraussetzungen für die Errichtung von Fischteichen. Die trockenen Frühjahrswinde schufen Hohlwege und Mulden. Der Flugsand bildete auch die Hügel, auf denen das Blockhaus steht. In diesem unkultivierten Gelände, das von der Lethe, einem kleinen Flüßchen, durchzogen wird, entstand in jahrelanger Arbeit von 1911-1917 die heute etwa 50 Teiche umfassende Teichwirtschaft. Es war Fischerei-Direktor Keimer, der mit Unterstützung des Landtages des Freistaates Oldenburg und der Landesregierung dieses viel bewunderte, landschaftsgestaltende Kunstwerk angelegt hat.

Im schönsten Teil dieser Waldseen und Heidelandschaft wurde in den Jahren 1936-1943 das Gaukameradschaftsheim der NSDAP aufgebaut. Als der 2. Weltkrieg darüber hinwegging, wurden die Häuser ganz ausgeplündert. Danach diente es der Kanadischen Besatzungstruppe als Strafgefangenenlager. Als die Truppe abzog, wurde es der Evang.-luth. Kirche in Oldenburg überlassen.

Übernahme durch die Evangelische Kirche in Oldenburg

Der derzeitige Landesjugendpfarrer G. Maltusch wurde im Juni 1946 von dem britischen Jugendoffizier für den Landesteil Oldenburg, Mr. Berensen, auf das Blockhaus aufmerksam gemacht. Obgleich es sich hei dem Objekt um ein ausgeplündertes Haus handelte, stellte der Bischof D. Dr. Stählin bei der Militärregierung den Antrag, das Blockhaus in Ahlhorn mit seinen Nebengebäuden der Evangel. Kirche für Zwecke der Jugendarbeit im Oldenburger Land zu überlassen. Am 28. Juli 1946 fand in dem neuen evangelischen Jugendheim bei Ahlhorn eine Eröffnungsfeier statt, zu der die Junge Gemeinde im Lande Oldenburg herzlich eingeladen wurde. Auf der Einladung hieß es folgendermaßen:

"Beginn: 10Uhr Waldgottesdienst,
anschließend Einweihung des Heimes,
nachmittags Jugendsingen.
Wir hoffen, die Ausgabe einer Suppe zu ermöglichen.
Eßgerät ist mitzubringen. (Marken 5 gr Fett. 25 gr. Nährmittel.)"

Ministerpräsident Tantzen, der auch zu dieser Feierstunde erschienen war, sagte in seiner Ansprache folgendes:

"Wir sind nicht nur froh, wie der Herr Jugendpfarrer soeben ausführte, sondern auch dankbar dafür, daß wir dieses schöne Blockhaus einem besseren Zweck zuführen können, als es bisher gedient hat. Wenn es nach meinen Wünschen gehen würde, wäre ich dafür, daß die evangelische Kirche das Blockhaus als Eigentum bekommt. Aber auch die Alliierte Militärregierung muß sich in dieser Hinsicht nach den strengen Vorschriften richten. Wir haben aber die Hoffnung, daß es später einmal in das Eigentum der evangelischen Landeskirche übergehen wird. - Meine lieben Jungen und Mädel, noch habt Ihr nicht den schweren Kampf des Lebens gespürt, noch seid Ihr von älteren Menschen, euren Eltern, Pfarrern und Lehrern betreut und geführt; alle haben euch lieb. Aber es ist eine Erfahrung, daß das Wissen allein den Menschen nicht tüchtig und glücklich macht, sondern wir brauchen vor allen Dingen den Glauben und die Verbindung mit Gott. Seit etwa 150 Jahren hat materialistischer Geist schwere politische Verwirrungen in der Welt hervorgerufen. Dadurch sind politische Systeme an die Macht gekommen, die den Völkern viel Unheil gebracht haben. So ist es auch nur zu erklären, daß der Nationalsozialismus eine so große Macht entwickeln konnte, die sich für die Welt und besonders für unser Volk so verderblich ausgewirkt hat. Daher setzen wir heute unsere Hoffnung für den Wiederaufbau auf eine deutsche Jugend, die von einem neuen Geist getragen ist. Bevor nunmehr die Übergabe dieses einzigartigen Jugendheimes erfolgt, das zu den schönstgelegenen in ganz Deutschland gehört, wende ich mich mit der Bitte an die deutsche Jugend, mit deutscher Gründlichkeit und Sauberkeit die Ausgestaltung des Heimes zu übernehmen und das gemeinsame Leben und Schaffen an diesem Orte der Volkserneuerung mit wahrhaft christlichem Geist zu erfüllen."

Zur großen Freude der zur Einweihung des Jugendheimes Blockhaus Ahlhorn versammelten Jugend des Oldenburger Landes erschien Bischof D. Dr. Stählin, um grundsätzliche Ausführungen über das Verhältnis der deutschen Jugend zur Kirche zu machen.

"Angesichts des unserer Landeskirche von der Militärregierung in großzügiger Weise für die Jugendbetreuung zur Verfügung gestellten Heimes werden die Ideale der früheren deutschen Jugendbewegung in uns wach. Schon vor etwa 20 Jahren bat die damalige freie bündische Jugendbewegung sich für die Schaffung von Landjugendheimen eingesetzt, um hier die Vorbedingung für die Gestaltung neuer Lebensformen zu schaffen. Die Teilnahme an diesen idealistischen Bestrebungen und gemeinsame Wanderungen und Erlebnisse gehören zu den schönsten Erinnerungen an meine Jugendzeit. Auch hier kann inmitten der heimatlichen Natur eine von neuem Geist erfüllte gesunde Jugend in eigener Verantwortung ihr Leben gestalten und an dem Ausbau des Jugendheimes mitwirken. Um aber neue und dauerhafte Lebensformen zu finden, braucht man nicht nur ein zweckentsprechendes, würdiges Heim, sondern vor allen Dingen den Geist innerer Wahrhaftigkeit. Dieser Weg zur Wahrheit führt aber die deutsche Jugend wieder zur Kirche hin, denn eine Jugend ohne Kirche, wie wir sie in den letzten 12 Jahren erlebt haben, ist eine einseitige, fehlgeleitete Jugend, die ohne wirkliche Ewigkeitswerte dahinlebte. Aber auch eine Kirche, die nur alte Menschen erfaßt, ist eine absterbende und traurige Kirche. Daher müssen Kirche und Jugend sich gegenseitig finden und miteinander leben. Auch dieses Heim soll von echtem evangelischem Geist getragen werden, wodurch das Gemeinschaftsleben sein besonderes Gepräge erhalten soll. Dieses Heim steht allen Kreisen der oldenburgischen und deutschen Jugend offen. Großzügige Weite und innere Festigkeit und Sauberkeit sollen sich hier zur Schaffung neuer Lebensformen miteinander verbinden. Wir sind dankbar und glücklich darüber, unserer Jugend eine so herrliche Aufgabe übertragen zu können, an der praktischen Ausgestaltung des Ahlhorner Jugendheimes selbst mit Hand anzulegen. Möge das gemeinsame Leben und Schaffen unserer Jugend von gesundem deutschem und wahrhaft christlichem Geiste erfüllt sein."

Bei der feierlichen Übergabe hielt euch der Kommandeur der Alliierten Militärregierung des Landes Oldenburg, Colonel Dillen, folgende Ansprache:

"Die Zukunft Deutschlands hängt von der Haltung der deutschen Jugend ab. Es ist wichtig, daß die junge Generation von christlichem und völkerversöhnendem Geiste durchdrungen ist. Die Alliierte Militärregierung will die Fragen der deutschen Jugend gerne fördern und die berechtigten Wünsche nach Möglichkeit erfüllen. Darum übergibt die Militärregierung zur Förderung der Jugendarbeit der evangelischen Landeskirche dieses schöne Blockhaus. Dem Jugendheim Ahlhorn möge eine glückliche und gesegnete Zukunft beschieden sein."

Wie eine Mitarbeiterin des Blockhauses, die bei der Einweihung zugegen war, berichtet, gebrauchte ein Gast in seiner Rede ein Bild: "Dieses Blockhaus ist wie eine Laterne, die zunächst auch nur einen begrenzten Lichtradius hat; trägt man aber die Laterne auf viele Kilometer mit sich fort, erstreckt sich der Schein immer ein Stück weiter. So soll mit diesem Haus auch nur ein kleines Licht gegeben werden, das dem ganzen Volk und vor allen Dingen der deutschen Jugend den Weg in eine lichtere Zukunft weist."

Der Anfang

Bei der Kaffeetafel, die auf dem Balkon gedeckt war, mußten die Tassen zwischenzeitlich immer wieder gespült werden, da an Hausporzellan nichts vorhanden war. Jeder brachte nach Möglichkeit Tasse, Teller, Messer und Gabel und Löffel mit. Die erste Freizeit, die das Landesjugendpfarramt im Blockhaus hielt, wurde gemeinsam mit dem Leiter des Oldenburger Jugendchores, Kurt Wiesemann durchgeführt. Die ersten Freizeitplätze ließen erkennen, daß der Landesjugendpfarrer sich gleich darum bemühte, alle Kreise der Jugend zu sammeln. Hier wurden ländliche Volkshochschulkurse gehalten mit der Absicht, christliche Haussitte neu zu beleben und junge Menschen für die Gemeinde in die Verantwortung zu stellen. So wurde das Blockhaus schnell zu einem Jugendheim, in dem man bei aller Fröhlichkeit eine Geborgenheit und Sicherheit verspürte. Gedrängt in das Chaos der Zeit, war die Jugend aufgeschlossen, ja aufgeschlossener als heute für das Wort Gottes, das ihr Halt gab und einen Weg in die Zukunft wies.

Als der erste Heimleiter, Herr Thadewald, mit seiner Familie auf einem Pferdefuhrwerk zum Blockhaus kam, fand er die Gebäude in einem unmöglichen Zustand. In der Küche konnte nicht einmal Essen gekocht werden. Eine Cloppenburger Gruppe half bei Aufräumungs- und Reinigungsarbeiten. In der ersten Zeit waren auch keine Betten da, man schlief auf Matratzen auf dem Fußboden, Die Teilnehmer der ersten Freizeiten lagen auf Stroh, und dennoch waren alle begeistert. Schon bis zu den Herbstferien waren 500 Jugendliche Gäste des Heimes gewesen.

In den Wintermonaten gelang es dem Landesjugendpfarrer, weiteres Inventar zu beschaffen, so daß die erste Jahresschlußfreizeit schon zum Jahreswechsel 1946/47 gehalten werden konnte. Diese Freizeit wurde dann die Traditionsfreizeit im Blockhaus, die zum Jahreswechsel mit einer Andacht am Feuerstoß ihren Höhepunkt findet.

Während das Jahr 1946 viel Unruhe durch Instandsetzung der Räume, Beschaffung des allernötigsten Inventars brachte, spürte man schon zu Beginn des Jahres 1947 eine gefestigte Ordnung. Der Landesjugendpfarrer lud zu Schülerfreizeiten ein. Jungen und Mädel kamen in getrennten Gruppen. Besonders am Herzen lagen ihm die Freizeiten für die Abiturienten. Gerade dann, wenn die Sorgen um die schriftlichen und mündlichen Prüfungen diesen jungen Menschen als die größten erschienen, lud der Landesjugendpfarrer sie zu einer Freizeit ins Blockhaus ein, um ihnen Gelegenheit zu geben, in Gemeinschaft mit Kameraden in gleicher Lage die Fragen ihrer Generation zu besprechen und eine Zeit der Erholung und der Besinnung unter dein Worte Gottes zu verleben.

Freizeiten und Lehrgänge

Jugend:

In dem Jugendheim, in dem 80 Teilnehmer wohnen können, wozu im Sommer noch etwa 60 Zeltplätze kommen, finden in den Ferien vor allem Freizeiten der evangelischen Jugendgruppen statt.

Diese Freizeiten wurden zunächst unter Leitung von Herrn Pastor Maltusch, unter Mitarbeit von Fräulein Harbsmeier, der Leiterin des Evang. Mädchenwerks Oldenburg, Vikarin Hadlich und Vikar Orth durchgeführt. Nach der Einführung als Landesjugendpfarrer hielt Pastor Orth an diesen Ferienfreizeiten fest.

Besondere Erwähnung verdienen dabei die in jedem Jahr regelmäßig stattfindenden Freizeiten für Abiturienten und Abiturientinnen, für Konfirmanden und Konfirmandinnen, Schüler und Kinder, ferner die Abschlußfreizeiten für Mittelschüler und -schülerinnen, das Pfingsttreffen für die Gemeindejugend, die Mitarbeiterfreizeit des Landesjugendpfarramtes und die Jahresschlußfreizeit der Evangel. Jugend. Rüstzeiten und Lehrgänge für Mitarbeiter des Landesjugendpfarrers, Jugendleiter und Gemeindehelferinnen tragen mit dazu bei, die Arbeit an der Jugend in der Gemeinde zu bereichern und zu beleben.

Von Anfang Mai bis Ende September benutzten außerdem viele Schulen das Blockhaus Ahlhorn als Schullandheim. Es sind Schulen darunter, die seit acht Jahren alljährlich Schulklassen nach Ahlhorn schicken:

Das Neusprachliche Gymnasium Neheim-Hüsten
die Oberprima (13. Klasse)

die Hindenburgschule Oldenburg
die Quarta (7. Klasse),

die Oberschule Nordenham
die Obersekunda (11. Klasse).

Wie aus vielen Briefen hervorgeht, erinnern sich Lehrer und Schüler gern der Zeit im Blockhaus.

Zeltunterkunft

Während der Sommermonate werden die aufgestellten großen Zelte als zusätzliche Unterbringung benutzt. In diesem Jahr ist das Zeltlager weiter ausgebaut worden. In einem Hauszelt sind vier Spülklosetts installiert und in einem anderen gute Waschgelegenheit mit fließendem Wasser an Rundbecken angebracht worden.

Veranstaltung des Landesjugendamtes

Schon gleich nach der Übernahme des Heimes berief das Landesjugendamt eine Singeleiterfreizeit. Diese Arbeit wurde in den nächsten Jahren fortgesetzt. Außerdem wurden zwei Arbeitslosenfreizeiten, Lehrgänge für Laienspiel, Volks- und Gemeinschaftstanz und ein allgemeiner Jugendleiterlehrgang im Blockhaus gehalten. Ferner fand eine Tagung von Mitarbeitern des Jugendstrafvollzuges statt.

Landjugend

In den letzten drei Jahren hat das Blockhaus engeren Kontakt zur niedersächsischen Landjugend bekommen. Es ist vor allem das Verdienst des Herrn E. Heitzhausen, Ahlhorn, daß schon seit zwei Jahren gemeinsame Freizeiten der evangelischen Jugend und Landjugend gehalten werden konnten. Es wurden gemeinsame Richtlinien für die Dorfarbeit entworfen. Anfang März 1956 lud die Landjugend zu einem mehrtägigen Ländlichen Seminar ein. Als Referenten konnten u. a. Herr Pastor Jacoby aus Holle und der Doppelbauer Herr Müller aus Wildeshausen sprechen.

Fräulein Harbsmeier und Mitarbeiterinnen
Fräulein Harbsmeier und Mitarbeiterinnen

Erholung für bedürftige Kinder aus Katastrophengebieten

Als 1950 in den Wintermonaten Erholungsplätze für bedürftige Kinder aus Wattenstedt-Salzgitter gesucht wurden, konnten wir drei Gruppen zu je 50 Kindern für 4 Wochen ins Blockhaus Ahlhorn einladen. Im nächsten Jahr kamen dann Kinder aus dem Notstandsgebiet Wilhelmshaven.

Die Gemeinde Großenkneten hatte für die Betroffenen der Flutkatastrophe in Holland gesammelt. Dafür konnte die Gemeinde Jugendliche aus diesem Gebiet einladen. So waren hier 3 Gruppen mit je 50 Holländer Mädel zu Gast. Im Sommer danach hatte Fräulein Harbsmeier Mädchen aus demselben Gebiet zu einer Freizeit eingeladen.

Im Winter 1953/54 lud das Landesjugendpfarramt Flüchtlingsjugend aus der SBZ ein. In zwei 10tägigen Kursen konnten sich die Jugendlichen erholen und wurden mit den neuen Verhältnissen der Bundesrepublik durch Vorträge und Aussprachen vertraut gemacht.

Internationale Arbeitsgruppen

In mehreren Jahren waren Gruppen des Internationalen Jugendgemeinschaftsdienstes, die im Wald Aufforstungsarbeiten durchführten, im Blockhaus zu Gast. Später waren es Gruppen des deutschen Studentenbundes, die sich dieselbe Aufgabe gestellt hatten.

Bäuerliche Volkshochschule

Die Bäuerliche Volkshochschule, jetzt in Rastede-Hankhausen, hielt im Blockhaus im Winterhalbjahr 1949 ein Wintersemester ab.

Erwachsene

Seit Auflösung des kirchlichen Heimes am Quellenweg in Oldenburg veranstaltete der Oberkirchenrat regelmäßig Rüstzeiten für Pastoren, Vikare, Theologiestudenten und kirchliche Mitarbeiter. Alljährlich treffen sich hier die Studentengemeinden von Wilhelmshaven und Oldenburg. Im letzten Jahr führte die evangel-ref. Kirche in Ostfriesland im Blockhaus eine Singefreizeit unter Leitung von Kirchenmusikdirektor Hallensleben durch. Ebenso hielt Frau Dr. Ramsauer erstmalig im Blockhaus eine religionspädagogische Rüstzeit für Lehrer, auf der besonders Referenten der ev.-ref. Kirche zu Worte kamen.

Pastor Kiausch lud zu Akademietagungen ein, und der Oberkirchenrat legte Arbeitstagungen und Sitzungen der Theolog. Kammer und des theolog. Ausschusses sowie die Finanzausschuß-Sitzung ins Blockhaus.

Ökumenische Begegnungen

Immer häufiger wird das Blockhaus Ahlhorn auch Tagungsort für ökumenische Freizeiten für Erwachsene und Jugendliche. So haben hier bereits 3 Begegnungen zwischen heimatlosen Ausländern (DP) und Deutschen sowie ein Treffen von Mitgliedern des Weltkirchenrates stattgefunden.

Daneben hat Pastor Wolter, Ohmstede, mehrere Wochenendfreizeiten mit jugendlichen Heimatlosen und der evangelischen Jugend gehalten.

Gemeinde-Gottesdienste im Blockhaus Ahlhorn

Im großen Saal des Blockhauses wird alle 14 Tage - im Sommer jeden Sonntag - ein Gottesdienst gehalten. Im Laufe der Jahre ist aus der Bevölkerung der umliegenden Ortschaften eine kleine Gemeinde von etwa 30-40 Gliedern erwachsen, die die Gottesdienste regelmäßig besucht und sich zu kleineren Gemeindefeiern im Blockhaus trifft. Ein Teil der Gemeindeglieder hat sich in der letzten Zeit umsiedeln lassen. Die Gäste des Blockhauses nehmen fast geschlossen an diesen Gottesdiensten teil. Es wäre wünschenswert, wenn in absehbarer Zeit eine Kapelle gebaut werden könnte.

Kindererholungsheim

Dem Jugendheim ist ein Kinder-Erholungsheim angeschlossen. Hier finden seit Anfang 1947 in vierwöchigen Kursen 40 Kinder Aufnahme, die unter ärztlicher Aufsicht und fachgeschulter Leitung stehen. Etwa 80% der Kinder stammen aus Familien Vertriebener oder sind Kriegswaisen. In den letzten Jahren sind bei jeder Kur 10 Kinder aus Berlin dabei.

Ausblick

Das Evangelische Jugendheim Blockhaus Ahlhorn ist im Laufe der Jahre zu einem Begriff in der Jugendarbeit des Oldenburger Landes und für die evangelische Jugend der Mittelpunkt geworden. Das beweisen die Belegungszahlen im Blockhaus Ahlhorn:

1946/47       716 Gäste
1947/48      1187 Gäste
1948/49      2066 Gäste
1949/50      2220 Gäste
1950/51      2766 Gäste
1951/52      2814 Gäste
1952/53      2925 Gäste
1953/54      3085 Gäste
1954/55      3922 Gäste
1955/56      4304 Gäste

Die Zahl der Gäste ist von Jahr zu Jahr gestiegen. Diese Zunahme der Gästezahl ist auf den Freizeitbesuch der evangelischen Jugendgruppen und auf die Akademie-Tagungen zurückzuführen, durch die weitere Kreise für das Blockhaus interessiert wurden.

Richtungweisend mögen die Worte des Bischofs i, R. D. Dr. Stählin bleiben:

"Großzügige Weite, innere Festigkeit und Sauberkeit sollen sich hier zur Schaffung neuer Lebensformen miteinander verbinden."

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